Arbeitspaket #5



Definition eines integrierten modellbasierten Prozessrahmenwerks (Input-, Output-Beziehungen, Rollen) zwischen CTP und CTPS spezifischen Entwicklungsprozessen

Zielstellung

Ziel des AP #5 ist der Aufbau eines Prozessrahmenwerks zur modelbasierten Entwicklung cybertronischer Produkte (CTP) und Produktionssysteme (CTPS). Im Rahmen von Prozessworkshops wird ein auf die CTP- und CTPS-Anforderungen hin optimierter übergreifender SOLL-Entwicklungsprozess mit Partnern der Anwendungsunternehmen und der Ansprechpartner der  Anwendungsszenarien erarbeitet. Die aus der IST-Prozessaufnahme resultierenden Prozesse dienen als Ausgangsbasis zur Ableitung von Anforderungen zur Gestaltung eines modelbasierten SOLL-Entwicklungsprozesses. Aufbauend auf den Erkenntnissen der IST-Prozess­analysen werden Prozessaktivitäten aus Normen und Standards sowie Vorgehensmodellen des modellbasierten Systems Engineering betrachtet und sukzessive zu einem Prozessrahmenwerk zusammengeführt.

Als Arbeitsumgebung für den Aufbau des Rahmenwerks dient ein Wiki; als Werkzeug zur Modellierung wird die Methode OMEGA eingesetzt. Das AP #5 liefert als Ergebnis klar definierte Prozessmodule inkl. der CTP- und CTPS-Modelle (System, Formate, Schnittstellen), deren Beschreibung im weiteren Verlauf des mecPro² Projekts durch Erkenntnisse nachfolgender AP zu detaillieren sind.

Abgeleitet aus dem Rahmenplan ergeben sich für das Arbeitspaket #5 folgende Ziele:

  • Konkretisierung der Anforderungen an das mecPro² Prozessrahmenwerk
  • Konzeption, Modellierung und Detaillierung des mecPro² Prozessrahmenwerks unter Berücksichtigung der Anforderungen
  • Erstellung eines Anwendungsszenarien-übergreifenden OMEGA Prozessmodells für das Prozessrahmenwerk,
  • Aufbau des Prozessrahmenwerk im mecPro²-Wiki mit klar strukturierten Prozessmodulen und -Aktivitäten (inkl., Beschreibungen, Rollen, In- und Outputs, zu verwendender Methoden und/oder Modelle)
  • Konzept für die Einordnung des Prozessrahmenwerks in einen übergeordneten Stage Gate Prozess

2.2-1

Abbildung 1: Prozessmodule als Basis zur SOLL-Prozessdefinition

Ergebnisse

Durch den Aufbau des Prozessrahmenwerks ist der Rahmen zur Beschreibung eines SOLL-Entwicklungsprozesses geschaffen. Die beschreibenden Elemente wie Aktivitäten, deren Input und Output, verantwortliche bzw. beteiligte Prozessrollen, Modelle und IT-Tools sind durch einheitliche Deskriptoren beschrieben. Die Verantwortlichkeiten der Prozessrollen sind nach dem RASI-Schema (R: Responsible, A: Approving, S: Supporting, I: Informed) den Prozessaktivitäten zugeordnet. Kompetenzen der Prozessrollen wurden beispielhaft auf vier Kompetenz-Level (KL1: Awareness, KL2: Support, KL3: Leader, KL4: Expert) ausgeprägt.

Dadurch ergibt sich aus der Summe der beschriebenen Prozessmodle und -aktivitäten eine Prozessbibliothek, welche durch allgemeingültige Beschreibung und modulare Gestalt für verschiedene Entwicklungs­aufgaben Verwendung finden kann. In Abhängigkeit der Systemkomplexität können Prozessmodule der Systemebene bspw. mehrfach hintereinander durchlaufen werden, bis Anforderungen an das zu entwickelnde System so lösungskonkret formuliert bzw. im Systemmodell abgebildet sind, dass die Informationen an die fachdisziplinenspezifischen Prozessmodule weitergeben werden können. Die Zusammenstellung benötigter Prozessmodule ergibt sich aus den verschiedenen Entwicklungs­aufgaben, welche bspw. in den drei Anwendungsszenarien aus AP1 adressiert werden.