Arbeitspaket #7



Konzepte für das integrierte Modellmanagement

Zielstellung

Ziel dieses Arbeitspakets war es, aus PLM weitgehend bekannte Konzepte, wie Rechte- und Rollenkonzepte, Workflows, Lifecycles und Versionierung auf ihre Verwendbarkeit bei beschreibenden Modellelemente der SysML zu analysieren und zu adaptieren. Hierzu gehörte auch die Betrachtung des Referenzentwicklungsprozesses, d.h die Verknüpfung von Inputs und Outputs der Subprozesse. Grundsätzlich lassen sich in einem SysML Modell auch Plausibilitäts- und Konsistenzchecks durchführen. Alle genannten Konzepte sind notwendig, um einen geordneten Änderungsprozess und damit ein Konfigurationsmanagement für ein SysML-Modell zu entwickeln.

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Abbildung 1: SysML-Modellelemente im Entwicklungsprozess

Ergebnisse

Möchte man SysML Modelle verwalten, kommt man sehr schnell zu Fragen, die vom SysML Standard und vielen Tools nicht vorgesehen sind.
Die Familie der SysML 1.x Standards sind nicht für Kollaboration zwischen mehreren Ingenieuren ausgelegt. Prinzipiell ist dies auch keine Aufgabe einer Modellierungssprache jedoch sind die Auswirkungen einer Verbindung zweier Modellelemente von denen auf eines nicht zugegriffen werden darf ungeklärt und werden unterschiedlich oder gar nicht in den einzelnen Werkzeugen umgesetzt.

Bei einem über mehrere Personen verteilten Entwicklungsprozess muss es möglich sein, Modellteile auszublenden und zu verändern ohne, dass dies von an allen Akteure im Entwicklungsprozess sofort sichtbar ist. Es besteht damit die Anforderung an ein Rechte- und Rollenkonzept.

Da ein SysML Modell im Rahmen des Modelbasierten Systems Engineerings gerade Informationen enthalten soll, die im späteren Verlauf für mehrere Disziplinen von Nutzen sein soll, kann eine Änderung auch nicht von einzelnen Person entschieden werden. Auch im Kontext von qualitativ hochwertigen Modellen ist ein Review durch weitere Personen ratsam. Dies bedeutet, dass ein formales Änderungsmanagement ab einer gewissen
Komplexität und / oder Reife unterstützt werden muss. Nicht jede Änderung muss zwangsläufig an nachgelagerte Stellen propagiert werden.
Insbesondere bei der Bearbeitung eines Sets von Änderungen muss es möglich sein, einen Modellteil gesamtheitlich freizugeben und berechtigten Personen zugänglich zu machen. Ein solche Freigabemanagement setzt voraus, dass es möglich sein muss zeitlich oder inhaltlich konsistente Baselines über das Systemmodell und seine Teile zu ziehen. In diesem Arbeitspaket wurden erste Betrachtungen solcher Verwaltungsfunktionen
druchgeführt.

Dabei flossen vorhandene Funktionen aus PLM-Lösungen und dem Software Configuration Management (SCM) in die Untersuchung mit ein, da beide eine Verbindung zur Modellierung interdisziplinärer Zusammenhänge haben:
• SCM durch die Nähe der SysML zur UML und der Verwaltung in der Software
• PLM-Lösungen durch die Verwaltungsfunktionen

Konfigurationsmanagement für SysML-Elemente

Ein vollständiges Konfigurationsmanagement für die frühe Phase der Produktentwicklung
muss im Kontext unterschiedlicher Kriterien betrachtet werden:
• Granularität der Configuration Items
• Umgang mit innerer und äußerer Varianz
• Branche und Produkt
• Fortschritt und Reifegrade im Entwicklungsprozess

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Abbildung 2: Granularität von Configuration Items – vom Modellebene bis zur Attributebene